Der Lorbeerbaum

Einst trafen sich zwei Götter, zu prahlen und zu protzen,
Und zu zeigen, das auch sie nur vor Mut so Strotzen,
Ich erleg die größte Schlange, sprach sodann der eine,
Doch du, du Bub, bist von den Göttern der ganz kleine!

Der andere war verletzt, es war ihm anzusehen,
Und er sann nach Rache, da konnte er nicht widerstehen
So zog er aus dem Köcher von den Pfeilen ganze zwei,
Der eine war aus Gold und der andere war aus Blei.

Und kaum getroffen, hat Apollo schon erblickt,
Eine Schönheit, wie sie ihm der Himmel nur schickt,
So sprach er sie gleich an, wer könnte denn verwehren,
eines Schlangentöters brennendes Begehren

Doch Daphne rennt weg, was kann sie denn dafür,
dass sie perfekt? Wieso bleibst du denn nicht hier,
ruft er ihr noch nach, wieso bleibst du nicht bei mir,
du bist doch perfekt, wieso bleibst du denn nicht hier

Erschöpft brach sie zusammen und begann dabei zu flehn,
Habt ihr Flüsse Mächte, so verändert mein Aussehn
der Vater, der hört sie und sein Herz, das wurde weich,
Und so erfüllt er ihr ihren Herzenswunsch sogleich.

Die Verwandlung kam sogleich, fantastisch anzusehn,
Und hätt’ ich’s nicht gesehn, ich würd’ es nicht verstehn,
Was früher mal ein Weib, ist ab sofort ein Baum
Und auch wenn ich davon singe,  glaubt man es mir kaum

Und aus ihrem golden Haar, hoch auf ihrem Haupt,
wurde plötzlich glänzend grünes Lorbeerlaub
Und ihre nackte Brust, mit Rinde überzogen,
Die Arme haben sich nun auch zu Ästen hinverbogen

Nun steht er einfach da, der Lorbeerbaum,
Und das er mal ne’ Frau war, glaubt man kaum
Doch auch Apollo hat dies akzeptiert,
Und hat sie deshalb an des Kaisers Hof postiert

Dieses Gedicht entstand 2009 während des Lateinunterrichts zu Ovids Metamorphosen und ist als Lied angelegt.
(c) Sebastian Peter Wiedemeier 2009

                                

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